Dedenbacher Kapelle: 

 

Urkundlich ist erwähnt, dass am 8. März 1509 an der Straße von Dedenbach nach Königsfeld zu Ehren der Geburt Mariens von Titularbischof Theoderich (1505 – 1519) eine Kapelle geweiht wurde.


Diese Kapelle hatte eine Grundfläche von 5 x 5 m ohne Chörchen. Sie wurde 1833 renoviert, musste aber ca. 50 Jahre später wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. An der Stelle, an der diese Kapelle stand, wurde am 10. Juli 1921 ein Wegekreuz eingeweiht.

Mit dem Bau der heutigen Kapelle wurde 1884 unter Pfarrer Peter Jakob Theisen begonnen. Die Pläne zum Bau des Gotteshauses stammten von dem Düsseldorfer Architekten Pickel. Die Gesamtkosten für den Bau betrugen 5.965,00 Mark und wurden zum größten Teil von den Dedenbacher Bürgern in der Weise aufgebracht, dass die Erlöse aus der Schafweide aus den Jahren 1884 – 1888 in Höhe von 4.104,00 Mark komplett für den Bau der Kapelle zur Verfügung gestellt wurden.
Die Baukosten konnten daneben auch dadurch gering gehalten werden, weil das Ausheben der Fundamente, das Brechen der Steine und das Anfahren des Baumaterials von den Dedenbacher Bürgern unentgeltlich geleistet wurde.
Die Innenausstattung der Kapelle wurde von dem Ackerer Josef Schäfer, der die Baugelder verwaltet hatte und der Familie Kraut gespendet, die bereits einen erheblichen finanziellen Beitrag für den Bau der Kapelle geleistet hatte.

Für den Altaraufsatz wurde ein solcher vom Ende des 17. Jahrhunderts mit gedrehten Säulen und den Holzfiguren des hl. Sebastian und Rochus an den Seiten übernommen. Das Schiff war mit 10 Holzbänken aus dem 18. Jahrhundert (davon sind heute noch zwei erhalten) ausgestattet.

Zur Kapelle gehört auch der vergoldete Kelch mit der Inschrift: „Dedenbach 1787“.

Kelch

 


 

 

Die Glocken

Eine Glocke ohne Inschrift mit 59 cm Durchmesser wurde vermutlich um das Jahr 1500 gegossen.
Über 300 Jahre später kam eine zweite, 92,5 Pfund schwere Glocke hinzu. Diese Glocke wurde 1918 beschlagnahmt und musste abgeliefert werden.
Bis zur Einweihung der neuen, zweiten Glocke am 27. Februar 1927 wurde in Dedenbach mit nur einer Glocke geläutet. Die zweite Glocke hat einen Durchmesser von 37 cm und wiegt ca. 65 Pfund. Sie stammt aus der Gießerei Mabilon in Saarburg.

Die ältere Glocke wurde 1940 zunächst ein Opfer des II. Weltkrieges, als sie beschlagnahmt wurde und abgeliefert werden musste. Nach Kriegsende wurde sie bei einer Glockensammelstelle in Hamburg wieder entdeckt und kam 1949 nach Dedenbach zurück.

 


 

 

Der Brand von 1980

Am 3. /.4. Dezember 1980 brach in der Kapelle ein Schwelbrand aus, der einen Sachschaden von fast 100.000.- DM verursachte. Er beschädigte den Altar, einen Teil der Empore sowie das Harmonium schwer. Ebenso wurden die 14 Kreuzwegstationen der Kapelle schwer beschädigt.
Dank der großzügigen Spende des Junggesellenvereins von 5000.- DM konnte eine elektronische Orgel angeschafft werden.

Am 13. Oktober 1985 konnten die Dedenbacher das 100 jährige Jubiläum Ihrer Kapelle feiern.

Am Kirmesmontag den 15. September 1997 konnten die zwischenzeitlich restaurierten Kreuzwegstationen von Pfarrer Wagner (Kempenich) gesegnet werden. Die 14 Ölgemälde des Kreuzweges sind das Werk des Würzburger Malers Leo Woerl von 1890. Sie wurden nach der feierlichen Weihe am 16. März 1890 in der Königsfelder St. Nikolaus Kirche in einer feierlichen Prozession nach Dedenbach getragen.

Quelle: Rudolf Leisen, Königsfelder Chronik

Am 8. März 2009 feierte die Pfarrei Königsfeld das 500. Jubiläum der Dedenbacher Kapelle auf den Tag genau als dauerndes Symbol einer lebendigen Wertegemeinschaft mit einem feierlichen Hochamt , einem anschließenden Festzug durch das Dorf und einem großen Festkommers in der Eifelgoldhalle.


Die Kapelle in Bildern: