Dorfschulmeisterlein:

 

Das Lied vom Armen Dorfschulmeisterlein

beschreibt drastisch die Situation der Lehrer in der Zeit zu Anfang des 19. Jahrhunderts.

In einem Dorf im Ahrtalland, Ahrtalland,
da lebt, uns allen wohlbekannt, wohlbekannt,
da wohnt in einem Häuslein klein, das arme Dorfschulmeisterlein.
Des Sonntags ist er Organist, des Montags fährt er seinen Mist,
des Dienstags hütet er die Schwein, das arme Dorfschulmeisterlein.
Des Mittwochs fährt er in die Stadt,
und kauft, was er zu kaufen hat,
'nen halben Hering kauft er ein, das arme Dorfschulmeisterlein.
Des Donnerstags geht er in die Schul, und legt die Buben über'n Stuhl.
Er haut so lange bis sie schrein, das arme Dorfschulmeisterlein.
Und wenn im Dorfe Hochzeit ist,
dann könnt ihr sehen, wie er frisst.
Was er nicht frisst, das steckt er ein, das arme Dorfschulmeisterlein.
Und wird im Dorf ein Kind getauft,
dann könnt ihr sehen wie er sauft.
Elf Halbe schütt' er in sich ein, das arme Dorfschulmeisterlein.
Und wird im Dorf ein Schwein geschlacht',
dann könnt ihr sehen wie er lacht.
Die größte Wurst ist ihm zu klein, dem armen Dorfschulmeisterlein.
Und wenn’s im Dorfe einmal brennt,
dann könnt ihr sehen, wie er rennt.
Die nächste Ecke rennt er ein, das arme Dorfschulmeisterlein.
Und wenn er dann gestorben ist, begräbt man ihn in seinem Mist.
sein Hund setzt einen Leichenstein, dem armen Dorfschulmeisterlein.
Und wenn er dann im Himmel ist, und seinen halben Hering frisst,
dann singen alle Engelein,: „Das arme Dorfschulmeisterlein“.

Quelle: Chronik Rudolf Leisen.